Toll, das es solche Spiele noch gibt. Abseits der Hochglanz-Mainstream-Formate ist mit “Legend of Grimrock” ein Spiel erschienen, das mein Rollenspielerherz höher schlagen lässt, und mich auf eine Zeitreise mitnimmt. Vor Jahren bin ich durch die Verliese in “Eye of the Beholder” und “Lands of Lore” gestreift, seit damals hat mich das Genre der “Dungeon Crawler” gepackt.
“Legend of Grimrock” kommt bewusst altmodisch daher, die Automap ist fast das einzige Zugeständnis an moderne Spiele. Ich danke den Entwicklern dafür, denn auf eigenhändiges Kartenzeichnen habe ich irgendwie keine Lust mehr.
Das Spielprinzip ist simpel. Eine Gruppe von vier Personen ist in einem mehretagigen Kerker eingesperrt, der mit fiesen Fallen, jeder Menge blutrünstiger Monster und vielen Rätseln gespickt ist. Krieger, Schurke, Magier, das sind die Klassen, daneben gibts ein paar Rassen zur Auswahl und das wars auch fast schon. Kein komplexes Charaktergebastel, sondern ein schneller Einstieg in die Action gibt es hier. Kurzes Intro, zack, stehen wir im Dungeon.
Was soll daran spannend sein? Einfach alles. Jedes Level ist gespickt mit Geheimnissen und Rätseln, Fallgruben, Schaltern, Hebeln, Teleportern und natürlich Monstern. Diesen rückt man mit Schwert, Axt, Bogen oder Zauberei zuleibe, ein Minimum an Taktik ist vonnöten, ansonsten gestaltet sich das System sehr einfach. Zauber müssen vor jeder (!) Anwendung mittels Runen zusammengeklickt werden, was schon ein wenig nervt. Aber hey, so merkt man sich die Runenkombinationen wenigstens.
Einige der Rätsel sind echte Kopfnüsse, manche erfordern Schnelligkeit und kreative Lösungen. Absolut gelungen! Die Kämpfe sind teils schwer, aber bisher (ich bin jetzt ungefähr zur Hälfte durch) schaffbar. Technisch macht das Spiel einen guten Eindruck, besonders die Lichteffekte sind Klasse. Fackelschein in den Kerkergängen lässt eine richtige Gänsehautstimmung aufkommen.
Schönes Spiel, noch dazu sehr günstig zu haben bei Steam.
